Lösung: iMac mit superschneller SSD ausrüsten OHNE Öffnen!

SSD in den iMac, aber wie?

Gefühlte Eeeeeeeeeeeeeewigkeiten kommt mir mein iMac mit Festplatte recht langsam vor. Vor allen Dingen, wenn Du mal ein MacBook Air gesehen hast, was sehr flott auf alles reagiert. Mein iMac wurde auch schon etliche Betriebssysteme upgedatet und die Programme-Leiste z.B. öffnet sich mit einigen Sekunden Verzögerung. Auch einfache Programme öffnen sich gefühlt nach einer halben Minute. So geht das nicht. Also habe ich mich schon schlau gemacht, wie man eine SSD in den iMac einbaut. Der iMac ist leider so konzipiert, dass er normalerweise nicht zu öffnen ist. Eine sehr ordentliche Anleitung, wie man dennoch die interne Festplatte gegen eine SSD austauscht, findest Du hier auf Heise.de:

iMac 2009 – 2011 oder iMac 2012 – 2015

Die bessere Alternative: SSD an den iMac

Ich war nun kurz davor mit ein iMac-Öffnen-und-neu-verkleben-Set zu kaufen und es anzugehen, da sprang mir plötzlich eine Seite entgegen, die behauptete, dass man an den USB3-Anschluss des iMac auch eine SSD extern andocken UND als Bootmedium verwenden kann UND dabei noch ordentlich Speed hat.

Das klingt schon viel besser als alles auseinander zu nehmen und geht auf den dünnen aktuellen iMacs ab Jahrgang 2012, denn diese haben USB3. Also habe ich mir eine Icy Box IB-253U3 besorgt, die sowohl USB3, also auch SATA III und UASP für ordentlich Speed bietet. Es ist WICHTIG, einen USB3 Adapter MIT UASP (wie die Icy Box IB-253U3) zu nehmen, denn das sorgt für Extra-Speed!

Der Einbau der SSD geht ohne irgendwelche Schrauben. SSD in das Plastikgehäuse zum Chip stecken. Das Plastikgehäuse klackt mit einem kleinem Haken ins Metallgehäuse und das wars. Sehr easy. An den USB-Anschluss angeschlossen, mit dem Festplattendienstprogramm formatiert mit Mac OS Extended (Journaled) und mittels BlackMagic Disk Speed Test getestet, was für eine Geschwindigkeit möglich ist.

Hier das Ergebnis für einen iMac mit Festplatte aus dem Jahre 2013:

Das ist schon ganz ordentlich. 190 MByte pro Sekunde lesen sind unfassbar gut, wenn man die Arbeitsgeschwindigkeit sieht. Aber 190 MByte sind auch Idealwerte, wenn z.B. 5 GByte am Stück in einer Datei gelesen wird.

Hier das Ergebnis einer Samsung 750 EVO im gleichen Mac mit USB3 und der Icy Box IB-253U3:

Das sieht nicht nur gut aus, das macht auch richtig Spaß. Das System fliegt darauf endlich wieder. Brauchten die Systemeinstellungen von der HD etwa 30 Sekunden, um auf zu gehen, sind diese nun in 1-2 Sekunden da. Super!

Eine Evo Samsung 500 GByte SSD kostet ca. 150 EUR.
Der USB3-Adapter (inkl. SATA III & UASP) kostet ca. 20 EUR.

Der Preis ist lediglich SSD + USB3-Adapter. Das ist deutlich günstiger als so einen Einbau von einer Werkstatt erledigen zu lassen oder selbst daran herumzufummeln. Selber fummeln kostet weniger als eine Werkstatt, aber immer noch etwas mehr Geld und vor allen Dingen Zeit. Die SSD extern anzudocken dagegen geht super flott UND erlaubt mir den vorhandenen Speicher weiter zu verwenden. Bei einer 500 GByte SSD und 1 TByte HD sind das schonmal 1,5 GByte Platz. Und die SSD verschwindet unsichtbar im Kabelkanal unter dem Tisch.

SSD an den iMac Schritt für Schritt

1. Daten aufteilen

Um die interne HD auf die externe SSD zu kopieren, habe ich Carbon Copy Cloner verwendet. Auch mit der kostenlosen Testversion kannst Du als Quelle Deine HD und als Ziel Deine SSD auswählen und in einem Rutsch alles rüber kopieren, falls genügend Platz frei ist. Danach den Mac neu starten und nach dem Gong die ALT-Taste gedrückt halten. Hier siehst Du dann an dem orangen Symbol die externe USB3-SSD. Mit den Cursor Tasten diese auswählen und los gehts.

Was aber nun machen, wenn z.B. intern eine 1 TByte Platte steckt und extern eine 500’er SSD? Ich muss die Daten im Benutzer-Ordner auf SSD und HD aufteilen.

Ich habe mir daher vorher mit JDiskReport angesehen, wie meine Festplatten-Verteilung aussieht. OSX und alle Programme sowie meine Dokumente (inkl. Parallels) sollen alle auf der flotten SSD landen. Alle Bilder, Musik-Dateien und Filme allerdings dürfen gern auf der langsameren Festplatte bleiben. Im Carbon Copy Cloner habe ich daher die Ordner Bilder, Musik und Filme einfach aus geklickt. Diese werden dann rot dargestellt und beim Kopieren weg gelassen. Dann passt auch eine TByte Platte auf eine 500 GByte SSD. Das muss jeder vorher mal durchmessen, wie viele Daten vorhanden sind und nötig sind.

2. OSX und Daten kopieren

Wie bekomme ich nun meine 3 Ordner Bilder, Musik und Filme direkt in meinen User-Ordner hinein?

Es gibt auch die Möglichkeit den gesamten User-Ordner inkl. Library Ordner und Dokumenten zu verändern, wenn Du z.B. nur OSX und die Programme auf einer SSD unterbringen willst oder musst. Dafür gehst Du in die Systemeinstellungen, dann auf Benutzer und klickst dann mit der rechten Maustaste auf Deinen Benutzer und auf Erweiterte Optionen. Evtl. vorher unten auf das Schloss klicken, um die Veränderung zu erlauben. Im erscheinen Fenster im Feld Benutzerordner kannst Du den Pfad zum Benutzer-Ordner eingeben.

Wenn Du aber wie ich den User-Ordner mit Library (z.B. für Thunderbird) und Dokumenten (z.B. für Parallels) auf der SSD lassen möchtest und die fetten Daten auf der Festplatte, dann gehe einfach so vor:

3. Benutzerorder mit großen Daten von der Festplatte in die SSD einbinden

Du hast nun mit Carbon Copy Cloner Deine Daten auf die SSD kopiert und dabei die zu großen Ordner weggelassen. Du hast von der SSD gebootet. Die fehlenden Ordner Bilder, Musik und Filme hat OSX leer wieder angelegt. Diese löschen wir nun.

Öffne das Terminal (entweder oben rechts in der Suche oder via Launchpad).

Das Mac-Betriebssystem erlaubt Dir im Finder nicht die Ordner Bilder, Musik und Filme zu löschen. Diese müssen aber weg. Gib daher im Terminal die folgenden Befehle ein und tausche dabei USERNAME jeweils durch DEINEN Usernamen aus:

sudo mv /Users/USERNAME/Movies /Users/USERNAME/Movies1
sudo mv /Users/USERNAME/Music /Users/USERNAME/Music1
sudo mv /Users/USERNAME/Pictures /Users/USERNAME/Pictures1

Diese leeren (!) umbenannten Ordner kannst Du jetzt mit dem Finder löschen.

Nehmen wir jetzt an Deine alte Festplatte hat den Namen „Macintosh HD“ und Deine neue SSD hat den Namen „Macintosh SSD“ und Du den Usernamen Fritz. Dann sehen die Befehle, um die bisherigen Ordner Bilder, Musik und Filme von der bisherigen Festplatte in den Benutzer-Ordner der SSD zu integrieren so aus:

sudo ln -s /Volumes/Macintosh\ HD/Users/Fritz/Movies /Volumes/Macintosh\ SSD/Users/Fritz/Movies

sudo ln -s /Volumes/Macintosh\ HD/Users/Fritz/Music /Volumes/Macintosh\ SSD/Users/Fritz/Music

sudo ln -s /Volumes/Macintosh\ HD/Users/Fritz/Pictures /Volumes/Macintosh\ SSD/Users/Fritz/Pictures

oder vereinfacht dargestellt:

sudo ln -s /Volumes/HD-Name/Users/USERNAME/Music /Volumes/SSD-Name/Users/USERNAME/Music

Danach sieht mein Benutzer-Ordner fast unverändert aus. Nur die Icons sind nicht mehr die, die OSX vorher für diese Ordner angezeigt hat, weil es jetzt ein „symbolischer Link“ ist, ein tiefer im System verankerter Alias. Aber alle Programme wie iTunes z.B. greifen sofort auf den Ordner auf der Festplatte zu und auch die Desktop-Hintergrund-Einstellung greift nach erneutem Booten wieder und die Desktop-Bilder sind wieder da.

Voila. Mac perfectly upgraded!